Ich bin auf das Indie-Game „Game Dev Tycoon“ über diesen Artikel bei computerbase.de gestossen. Die Idee als Studio selbst eine veränderte Version für „Raubkopierer“ zur Verfügung zu stellen fand ich sehr innovativ, und den beiden Entwickler gebührt mein Respekt für diesen Schritt. Erstanden habe ich dann das Spiel, da ich für kleines Geld ein geringes Risiko eingegangen bin gegenüber einem Vollpreistitel.
Beim ersten Spielen wird einem jede Funktion genau erklärt, so daß es keine Probleme während des Spiels gibt. Alles beginnt, wie nicht anders zu erwarten, in einer Garage als One-Mann-Entwickler. Nach einigen entwickelten Spielen und genügend Forschung hat man ein gewisses Guthaben, und es wird dem Spieler ein Umzug in ein eigenes Büro angeboten.Mit diesem Schritt ist es dann nach einer Fortbildung möglich sich einen ersten Mitarbeiter zu suchen. Ab diesem Punkt kann man seine und die Fähigkeiten der Mitarbeiter mit Weiterbildungen weiter entwickeln. Im weiteren Verlauf werden unter anderem Marketing und die Teilnahme an einer Messe freigeschaltet.
Ich spiele Game Dev Tycoon auch nach über einer Woche noch mit wachsender Begeisterung, da kein Runde wie die Vorherige ist. Selbst nach vielen Stunden Spielzeit gibt es immer noch Kombinationsmöglichkeiten von Genre und Spielart, die ich noch nicht probiert habe. Darüber hinaus habe ich immer noch nicht für alle Geräte etwas entwickelt und alles erforscht, so daß es immer wieder eine Überraschung gibt. Ich werde also noch viele Stunden meine Freude an diesem Spiel haben, und kann es nur jedem empfehlen, der Spiele wie MadTV oder ähnliche gemocht hat. Ein wirkliche tolles „Managerspiel“.
Jenny trat von der Reling zurück. Mitten auf dem Atlantik war es so schön und ruhig, wie sie sich es erhofft hatte. Dennoch war ihre Laune seit zwei Tagen getrübt. Der Kontakt zum Festland war abgebrochen. Keine Verbindung nach Europa oder Amerika. Sie ging zurück auf die Brücke, wo ihr Freund Gustav gerade Wache schob.
„Gibt es etwas neues?“
„Nein. Mach dir keine Sorgen, es wird an Land schon alles gut sein.“
„Und warum kriegen wir dann keinen Kontakt über Funk oder Satellitentelefon?“
„Schatz, ich weiß es nicht. Allerdings möchte ich deswegen auch nicht direkt von etwas Schlechtem ausgehen. Vielleicht ist einfach etwas ausgefallen.“
„Hoffentlich.“
Sie schmiegte sich an ihn und er nahm sie fest in den Arm.
„Ich komme gleich mit dem Essen hoch“, rief eine weibliche Stimme aus dem unteren Deck herauf. Sie gehörte Nine. Sie und ihre Partnerin Lisa waren Freunde von Jenny und Gustav.
Jenny drehte sich mit dem Kopf Richtung Treppe um.
„Ist okay, wir sind beide auf der Brücke.“
Danach legte sie ihren Kopf wieder an Gustavs Schulter. Einige Minuten vergingen, bevor Nine und Lisa mit vier Tellern die Treppe heraufkamen. Bei der aktuell ruhigen See war dies auch kein Problem. Die vier setzten sich an den kleinen Tisch auf der Brücke und aßen dort ihre Spaghetti mit Soße. Die ersten sechs Tage ihrer Reise wurde noch viel gelacht. Seit dem der Kontakt abgebrochen ist, hat sich das geändert. Sie versuchten sich gegenseitig aufzumuntern, dennoch wog die Ungewissheit nach zwei Tagen einfach zu schwer. Wenn das Wetter ihnen weiter so gewogen wäre, dann sollten sie in vier Tagen in den Hafen von New York einfahren. Lisa fing an über die Pläne der vier in New York und die Weiterfahrt an der Ostküste zu sprechen. Doch Gustav winkte schnell ab.
„Lisa, lass uns einfach abwarten, was uns in New York erwartet. Ab da schauen wir dann weiter.“
„Okay – es war ja nur ein Versuch die Stimmung etwas aufzuheitern.“
„Ich weiß.“
Jenny stand auf und sammelte Teller und das Besteck ein. Dann verschwand sie die Treppe runter Richtung Kombüse. Gustav überprüfte die Monitore und den Kurs des Autopiloten. Es gab keine Auffälligkeiten.
„Gustav, sollen wir heute nochmal probieren, ob wir einen Kontakt herstellen können?“
„Unsere beiden Versuche heute waren erfolglos. Daher wollte ich es erst morgen wieder probieren, Nine.“
„Tagsüber haben wir wahrscheinlich auch eher Chancen jemand zu erreichen.“
„Hoffentlich“, seufze Lisa.
Bedrückt saßen sie zu dritt auf der Brücke und starrten raus auf die See, während es immer dunkler wurde. Nach einiger Zeit gesellte sich Jenny wieder zu ihnen. Gegen Mitternacht verließen Lisa, Jenny und Gustav die Brücke, um sich in ihren Kabinen hinzulegen. Nine hatte die erste Wachschicht des neuen Tages und blieb alleine zurück.
Fünf Stunden später kam Jenny zurück. Es war Zeit für sie die Wache auf der Brücke zu übernehmen.
„Hi Nine. Ist alles gut bei dir?“
„Hallo Jenny. Ich bin müde und freu mich auf die Koje. Konntest du was schlafen?“
„Nicht wirklich. Ich bin immer wieder wach geworden, da ich schlecht geträumt habe.“
„Bleibt das aus, bei dieser Ungewissheit?“
„Wahrscheinlich nicht. Gab es irgendwelche Vorkommnisse in den letzten Stunden?“
„Nein, absolut gar nichts. Der Autopilot fährt den festgelegten Kurs bei gewünschter Geschwindigkeit. Was soll da schiefgehen. Das Wetter scheint weiter so gut zu bleiben.“
„Normalerweise wäre es also eine schöne Atlantik-Passage.“
„Ja. Ich leg mich jetzt hin.“
„Mach das. Bis später.“
Nine verließ die Brücke in Richtung ihrer Kajüte. Jenny blieb zurück und absolvierte ihre Schicht auf der Brücke. Die Stunden verstrichen langsam und die Gedanken von Jenny wurden immer dunkler. Gegen neun Uhr kam Gustav dann schon auf die Brücke und brachte Frühstück in Form von eine Müsli-Milch-Gemisch mit.
„Guten Morgen.“
„Guten Morgen. Du bist früh dran.“
„Ja. Ich konnte nicht mehr richtig schlafen nach dem du aufgestanden bist. Daher habe ich mir gedacht, ich steh auf und bring dir Frühstück.“
„Ich danke dir. Wirklich nett.“
„Und, ist irgendetwas in den letzten Stunden passiert?“
„Nein, alles ruhig.“
„Dann lass uns frühstücken, bevor ich mal eine Runde übers Deck drehe und schaue, ob draußen alles okay ist.“
Jenny nickte und die beiden setzten sich an den Tisch um zu essen. Obwohl das Müsli nichts Besonderes war, machte es richtig satt. Gustav drehte seine Runde übers Deck und konnte danach berichten, dass alles in Ordnung ist. Er ging ans Funkgerät und versuchte Kontakt zu einem Hafen zu bekommen. Fehlanzeige. Danach versuchte er auf anderen Frequenzen in Verbindung mit anderen Schiffen zu kommen. Einmal bekam er ein verzerrtes und mit viel Rauschen belegtes Signal eines anderen Schiffes rein, allerdings konnte er nichts verstehen, so schlecht war die Übertragung. Nun war das Satellitentelefon dran. Bei allen Nummern kam die Ansage, dass der Teilnehmer zur Zeit nicht erreichbar sei. Das kam ihm merkwürdig vor.
„Jenny, ich glaube, dass irgendetwas passiert ist. Egal bei wem ich es probiere, es ist kommt immer die Information, dass der Teilnehmer zur Zeit nicht erreichbar ist. Die letzten beide Tage gab es noch Freizeichen und jetzt scheinen alle Leitungen tot zu sein.“
„Was soll denn passiert sein?“
„Irgendetwas was die Kommunikation lahmgelegt hat oder die Stromversorgung.“
„Das macht mir jetzt Angst, Gustav.“
„Kann ich mir vorstellen, allerdings habe ich keine andere Idee.“
„Lass uns später mit Nine und Lisa darüber sprechen.“
„Okay.“
Den restlichen Vormittag verbrachten die beiden aneinander gekuschelt auf der Brücke. Während Gustav immer ein Auge auf die Monitore hatte.
Gegen 14 Uhr tauchten Nine und Lisa dann auf der Brücke auf. Schnell wurden sie über die Ergebnisse der versuchten Kontaktaufnahme in Kenntnis gesetzt. Beide hatten leider auch keine anderen Ideen als Gustav zu einer möglichen Ursache. Der restliche Tag verlief ohne weitere besonderen Vorkommnisse.
Der nächste Tag startete wie die vorherigen. Es wurde versucht Kontakt aufzunehmen und alle Versuche scheiterten. Der einzige Unterschied war, dass sie an diesem Tag drei so stark verzerrte Signale von anderen Schiffen empfangen. Allerdings war es aufgrund der schlechten Signalqualität nicht möglich ein Gespräch aufzubauen. Die Laune der vier wurde weiter schlechter und die Sorgen und Ängste immer größer. Gegen Abend wurde sich entschieden, zwei Matratzen und alle Decken auf die Brücke zu holen, damit keiner mehr alleine auf der Brücke seine Wacht halten brauchte. So verbrachten die vier die nächsten Tage die meiste Zeit zusammen, was die Gefühlswelt von allen etwas stabilisierte.
Es war der letzte Tag der Überfahrt nach New York, als das Wetter umschlug. Über die letzte Nacht waren immer mehr Wolken aufgezogen und am frühen Morgen hatte ein leichter Nieselregen eingesetzt. Gegen 12 Uhr hätten sie bei gutem Wetter eigentlich Long Island am Horizont sehen sollen, so dauerte es weitere anderthalb Stunden. Der immer stärker gewordene Regen und die immer tiefer hängenden Wolken setzten die Sicht auf unter einen Kilometer herab.
„Ich drossele jetzt unsere Geschwindigkeit, damit wir versuchen können mit dem Feldstecher etwas an Land zu sehen. Seid ihr damit einverstanden?“, fragte Gustav.
Die drei Frauen nickten stumm. Er ging an die Steuerkonsole und änderte die Geschwindigkeit des Autopiloten auf ein Viertel der Ursprungsgeschwindigkeit. Nine hatte sich den Feldstecher geschnappt und hielt ihn vor die Augen, um zu sehen, was an der Küste geschah. Sie brauchte einige Sekunden, bis sie das Bild scharf gestellt hatte. Sie konnte ein paar Häuser am Stand erkennen, in denen Licht brannte. Für sie sah das alles normal aus. Der Rest der Gruppe warf nach und nach auch einen Blick aufs Ufer, konnte allerdings auch nichts Ungewöhnlichesfeststellen. Allmählich hörte der Regen auch wieder auf und die Wolken begannen sich langsam nach Norden zu verziehen. Es machte den Anschein, als sollten die vier doch noch einen schönen Tag erleben. Gustav, der hin und wieder mit dem Feldstecher gen Land schaute, wurde auf einmal wieder unruhig.
„Ist euch schon aufgefallen, dass wir noch kein Flugzeug gesehen haben. Seitdem wir an Long Island fast vorbei sind.“
Jenny, Nine und Lisa schüttelten den Kopf. Die drei hatten nicht mehr auf die Küste geachtet, sondern sich versucht zu entspannen, nach dem sie nichts Auffälliges am Strand gesehen hatten.
Jetzt schauten sie nervös in den Himmel. Lisa brach das Schweigen.
„Ich sehe keine Flugzeuge. Allerdings müssten welche zu sehen sein, da in der Nähe der Flughafen JFK ist.“
Die Stimmung brach wieder ein. Die Motoryacht begann mittlerweile die Einfahrt in die Bucht von New York. Die Blicke der vier wanderten Richtung Manhattan Island. Der Anblick war verstörend. Im Hafen waren Frachtschiffe gekentert und an fast allen sichtbaren Wolkenkratzern waren deutlich Brandspuren zu erkennen. Total geschockt sahen sich die vier gegenseitig an. Als der Motor der Yacht auf einmal seinen Dienst quittierte, fingen die drei Frauen an zu schreien.